Faller AMS 4822 Porsche 356
Der Porsche 356, dessen Erstlingsform als Holzmalle in Handarbeit in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Gmund in Kärnten, Österreich, von Ferry Porsche selbst mit wenigen Helfern geschaffen wurde, war natürlich ein absolutes "Muss" für jeden Modellautohersteller in den Sechzigern, also auch für Faller. Selbstverständlich gehörte er deshalb auch zu den ersten sechs AMS-Modellen, mit denen zu Weihnachten 1963 Faller die H0-Slotcargemeinde, die in Deutschland erst noch aus der Taufe zu heben war, beglückte. In den USA war Aurora schon seit 1960 im Markt und hatte bis dahin schon ein paar Millionen Autos verkauft, und so etwas blieb den Plastikdompteuren aus Gütenbach nicht lange verborgen. Der große Erfolg der kleinen Autos hing auf der anderen Seite des großen Teiches wesentlich damit zusammen, dass sie nicht nur als Modelleisenbahnzubehör, sondern auch als Rennbahnmaschinchen vermarktet wurden. Somit war ein ganz eigenständiges Hobby geboren, und H0-Autos herumheizen konnte man schließlich das ganze Jahr über, während die Modellbahn fast elf Monate lang platzbedingt Pause machen musste, ein allenthalben einträgliches Business also. Vermutlich hat man bei Faller bereits zur Einführung der AMS-Palette in diese Richtung kalkuliert und den Sportwagen unter den ersten sechs Fahrzeugen, nämlich dem Porsche 356 und dem Mercedes 190SL, gleich zur Unterscheidung einmal höhere Bestellnummern zugeordnet. Anders ist es eigentlich kaum erklärbar, warum die ersten vier Autos die Nummern 4801 bis 4804 trugen, während Porsche und Mercedes-Sportwagen auf die Zahlen 4822 und 4821 hören sollten.