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Faller AMS Autos

Faller AMS 4802 Opel Kapitän
collection clasen: Faller AMS 4802 Opel Kapitän, zwei Original-Farbvarianten

Auf diesem Bild läßt sich einmal nachvollziehen, wieviel Einfluss allein die Länge der Schraubstutzen auf den Fahrzeug-Gesamteindruck nehmen kann: Beide Fahrzeuge sind Original-Faller-Modelle (es gibt mittlerweile die verschiedensten Fälschungen bzw. Kopien), und trotzdem sieht der dunklere vordere Wagen sehr viel mehr aus wie ein echter gediegener Opel Kapitän, während der hintere fast eher den Eindruck eines Fiat 1800 macht. Kurios: der hintere ist original, was die Länge seiner Schraubstutzen betrifft. Die des vorderen Autos wurden gekürzt. Wenn Sie den großen Opel Kapitän im Original damit vergleichen, werden Sie mir zustimmen, dass das Modell ihm deutlich näher kommt. Es gibt vom Blockmotor oder vom Chassis her keinen Grund die Stutzen so lang auszuführen, wie Faller das besonders beim Opel Kapitän getan hat, und so bleibt die Ursache dieser Maßnahme im Dunkel der AMS-Geschichte.

Der Opel Kapitän gehörte zu den ersten sechs AMS-Autos, die 1963 auf den Markt kamen, und er war bereits 1965 im Faller-Katalog nicht mehr vetreten. Das Publikumsinteresse scheint weit mehr dem Mercedes 220 gegolten zu haben, und so wird man sich im Hause Faller lieber gleich mit dem Nachfolger aus der Spitze der Opel-Modellpalette beschäftigt haben, dem Opel Admiral. Der kam 1965 in die Läden, aber sein Nachfolger, der Commodore, erschien nicht mehr als AMS-Modell. Irgendwie ist mit den Marinedienstgraden ja einmal die Palette erschöpft, auch bei Opel, und so besonders aufregend fand der Geschmack der Allgemeinheit diese Karossen damals sowieso nicht. Jeder Popel fährt 'nen Opel, reimte der Volksmund in den sechzigern, aber das galt eher für den Opel Kadett, der besonders häufig von Soldaten gefahren wurde, vielleicht weil er so unkompliziert und recht genügsam war. Der Kadett war wirklich ein zeittypisches Auto, den Faller leider nicht im AMS-Programm verwirklichte. Dafür hat die Firma Bauer ihn später in mehreren Farbvariationen nachgebildet und auf ein T-Jet-Chassis gestellt, übrigens ein sehr gelungenes Modell.

Den Kapitän jedenfalls, der zur AMS-Zeit schon ein wenig veraltet war, gab es im wesentlichen in verschiedenen Rot-Tönungen, von denen zwei oben zu sehen sind. Es gab ihn auch in grün und gelb und sogar mit serienmäßig dunkler lackiertem Dach. Variationen mit silbern lackiertem Kühlergrill sind besonders bei roten Modellen bekannt. Wegen des relativ geringen Publikumsinteresses scheint er eher wenig verkauft worden zu sein, und ist deshalb heute recht selten und damit bei Sammlern deutlich teurer als der einstmals so viel beliebtere Benz - ätsch! Andere Farben sind beim Opel Kapitän echte Seltenheiten, wobei dunkelblau noch hier und da angetroffen werden kann. Die meisten roten Karosserien entstammen den "Standard-Packungen" 4002, wo sie bis mindestens 1964 zur Fahrzeugausstattung gehörten. Vermutlich sind bei etwas schleppendem Abverkauf der Einzel-Autos auch noch Kapitäne in spätere Packungen 4002 gewandert, sicher ist jedenfalls ihre Weiterverwendung als Carina-Schiebemodell. Das Faller-Modell trifft das Original eigentlich recht genau, und so ist der Beliebtheitsunterschied zum Mercedes wohl eher dem Ansehen der großen Autos zuzurechnen, denn als AMS-Auto kann der Kapitän wohl optisch durchaus überzeugen.

Wegen der heutzutage recht gepfefferten Sammlerpreise, und weil man lieber einen Kapitän in der Sammlung haben möchte als keinen, haben sich findige Plastikformer und Resinpanscher diesseits und sogar jenseits des großen Teiches daran gemacht das AMS-Modell zu kopieren bzw zu fälschen. Von keinem anderen AMS-Auto gibt es vermutlich mehr Kopien als vom Opel Kapitän. Daher finden sich mittlerweile alle erdenklichen Farben auf dem Sammlermarkt, und die Qualität der Modelle kann getrost als gut bezeichnet werden. Nichts gegen eine gute Kopie, ganz im Gegenteil: einerseits sind ernsthafte Bemühungen von Kleinserienherstellern und AMS-Enthusiasten durchaus unsere Unterstützung wert, und andererseits haben wir dann schöne Modelle in der Sammlung. Eins muss aber klar bleiben: es sind keine Faller-Originale. Wer das verschweigt und die Teile an unwissende verkauft, auf den sollte der Satzbau aus der neuen deutschen Grammatik Anwendung finden. Was, Sie kennen den nicht? Hier ist er: Subjekt, Prädikat, Beleidigung, "Alter".