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Faller AMS Anlage von Thomas Tesch

collection clasen Meisteranlage 14


collection clasen: Faller AMS Anlage von Thomas Tesch 01

Wer sich gerne perfekt dekorierte Faller-AMS-Anlagen ansieht, der ist hier genau richtig. Hier stimmt einfach alles, auch wenn Thomas Tesch, der diese Anlage gebaut hat, sagt, dass sie noch unvollendet ist. Finden Sie, dass im Bild oben irgendetwas fehlt? Okay, Straßenschilder vielleicht, aber alles andere ist da. In Deutschland gäbe es auf der kurvenreichn Strecke in dem gezeigten Abschnitt sicher mindestens fünf Schilder, die vor Steinschlag, Brücken, Schneeglätte bei eingeschränktem Winterdienst, Kurven im allgemeinen und scharfen Kurven im besonderen (Wer grinst da schon wieder?), Gefällstrecken und Wild(schwein)wechsel warnten. Aber bei der bildtechnischen Anpassung der Fotos von Thomas Tesch an den Stil dieser Webseiten ist die Anlage kurzerhand nach Tschechien verlegt worden, genauer gesagt nach Karlsbad, dessen ländliche Umgebung so freundlich war den Anlagenhintergrund zu spendieren. Und dort gibt es bedeutend weniger Straßenschilder als hierzulande, was die Fahrer dementsprechend auch weniger von der Straße ablenkt. Betrachten Sie sich einfach 'mal diese Straße. Und die Straßenränder mit den alten AMS-Leitplanken. Und die Fußwege. Und die Mauern, Brücken, Felsen, die Vegetation, die Gebäude und ihre Zuwegungen, die Farbgebung, die Raumaufteilung - einfach Meisterklasse, diese Anlage!

Freuen Sie sich auf mehr Bilder und ein wenig Textumschreibung, wenn der Erbauer davon etwas preisgibt. Bis dahin gönnen Sie sich einen tiefen Blick in die Details dieses Kunstwerks, aber verbergen das Bild besser vor den eigenen Faller-AMS-Autos. Sonst sind die todtraurig, weil sie sich in der langweiligen Vitrine die Reifen plattstehen müssen, während andere in so einer Landschaft herumcruisen dürfen. Wir können auch schon einmal der Frage nachgehen, wie man geschickterweise Bild und Hintergrund zusamenbaut, denn die beste Optik einer Top-Anlage lässt sich regelrecht torpedieren, wenn man die Werkstatt, das Badezimmerfenster oder den Gummibaum im Wohnzimmer gleichzeitig mit aufs Bild bannt. ("auf das" muss es richtigerweise heißen, aber ins, ans, ums, aufs gelten wie drüber und drunter auf diesen Seiten als im Rahmen der dichterischen Frechheit erlaubte Ausdrucksweisen.) Oh, pardon, streiche "Gummibaum" und "Wohnzimmer", das war in den frühen Sechzigern noch Mode, einsetze dafür "vollgemüllten Schreibtisch" und "Laptop".

Nehmen wir einmal an, wir bekämen ein Anlagenfoto wie dieses und wollten es stilgerecht mit einem passenden Hintergrund präsentieren. Technisch ist das nicht schwierig,

collection clasen: Faller AMS Anlage Tesch, Originalbild

nur zeitaufwändig, und es verlangt eine große Sammlung eigener Hintergrundfotos plus ein trainiertes Auge mit Erinnerungsvermögen oder eine eigene Registratur, die alle Bilder geordnet nach Landschaftstyp, Enfernung, Blickwinkel, Jahreszeit, Lichteinfall und Bewölkungsgrad wiederfinden lässt, wobei die genannten Kategorien das Thema höchstens ansatzweise erfassen, und ein Profi im ersten Lehrjahr sich vermutlich schlapplachen würde über die dilettantische Herangehensweise an ein solches Projekt. Lassen Sie sich trotzdem nicht entmutigen! Der Autor selbst hat nicht die blasseste Ahnung von der Bedienung eines Fotoapparats, und wenn ein Bild je einmal scharf getroffen wirkt, war's ein Versehen. Hintergründe brauchen zum Glück garnicht scharf abgebildet zu sein, wir nehmen sie bei der Betrachtung von Dingen im Vordergrund sowieso nur schemenhaft wahr. Das gilt schon für die Original-Welt im Maßstab 1:1, und umso mehr noch für unsere Modell-Welt im Maßstab 1:87 oder 1:100 oder was auch immer. Schauen Sie sich einmal die Hintergrundbilder auf den Deckeln der Faller-Kartons an, in denen früher Hausbausätze geliefert wurden. Die sind oft leicht verwaschen, nie wirklich kontrastreich und manchmal nur angedeutet, fast wie gemalt. Das reicht vollkommen. So bleibt die Aufmerksamkeit dem zu verkaufenden Modell im Vordergrund gewidmet.

Nun wollen wir ja kein Modell verkaufen, es sei denn, wir stellen die Anlage zur Disposition, was Thomas Tesch tatsächlich auch getan hat um Platz für die Erschaffung einer Tischanlage zu erhalten, auf die wir dann noch mehr gespannt sein dürfen. Einstweilen hat seine Anlage jetzt einen neuen Besitzer gefunden, und damit sie in Erinnerung bleibt, wird ihr hier eine Seite gewidmet. Als Eingangsbild wählen wir das einzige Hochformatfoto, weil es so markant wirkt. Die Wand im Hintergrund wollen wir ersetzen. Damit wir aber den Fotografen nicht bitten müssen sie wegzusprengen um den freien Blick in die Natur zu erhalten - das passte nicht, denn aktuell (Februar 2012) liegt draußen Schnee - , stellen wir die Anlage im Bild frei. Freistellen heißt in der Bildbearbeitung, dass der Hintergrund entfernt und durch einen monochromen Platzhalter oder gar keine Farbe (stellt sich auf dem Computerbildschirm immer weiß dar) ersetzt wird.

collection clasen: Faller AMS Anlage Tesch, Anlage freigestellt

Das kann man mit einem guten Bearbeitungsprogramm nach einiger Übung selber erreichen, auch wenn es gelegentlich Geduld erfordert, sowohl beim Erlernen als auch beim Anwenden. Hilfreich ist, wenn die Anlage vor einer weißen Wand aufgenommen wurde wie in unserem Fall. Wenn wir das Weiß oder die andere monochrome Farbe mit einer Maske versehen und diese Maske invertieren, ist das Anlagenbild ohne den Hintergrund maskiert und bereit zum kopieren. Sollten Sie selbst Ihre Anlage einmal für diesen Zweck fotografieren, achten Sie darauf zwischen Anlage und Wand genügend Platz zu lassen, damit sich keine deutlichen Schatten auf der Wand abzeichnen und die Wandfarbe auf diese Weise verändern. Je gleichmäßiger die Farbe des Hintergrundes nämlich beschaffen ist, desto leichter lässt sich der Hintergrund als ganzes maskieren. Irgendwo in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm gibt es eine Funktion, die es erlaubt ausgehend von einem Pixelpunkt alles zu maskieren, was die gleiche Farbe hat. Man kann die Genauigkeit der Farbwahl meistens einstellen. Ist man dabei sehr genau, wird nur diese Farbe maskiert, und man erhält möglicherweise nur einzelne Bildflecken des Hintergrundes. Bleibt man zu ungenau, werden vielleicht auch hellgraue Felsen oder weiße Faller-AMS-Straßenränder auf der Anlage mit in die Hintergrundmaske einbezogen und verschwinden beim Freistellen auf Nimmerwiedersehen, und das ganz ohne Sprengung. Baggern Sie sich erst einmal durch die Maskierungsmöglichkeiten in Ihrem Programm und schauen Sie, ob Sie die einzelnen Punkte der Maske verschieben können. Damit lässt sich nämlich der Anlagenrand filigran ausstanzen. Also ist Handarbeit gefragt bei hoher Vergrößerung. Das kann auch schon 'mal ein bis zwei Stündchen in Anspruch nehmen. Durchscheinendes Plastik auf der lichtabgewandten Seite sollten Sie gleich nachdunkeln, denn so etwas sieht man in der Natur auf 100 Meter Entfernung nicht.

Wenn wir zufrieden sind mit unserem Bildausschnitt, kopieren wir ihn in einen passenden Hintergrund hinein. Das klingt einfach und ist es auch. Bei der Wahl des Hintergrundes wird's allerdings eng. Die Stadt/Land/Fluss/Meer-Landschaft muss halt zum Bild passen. Das kriegen wir noch hin: Wir legen das Foto des New Yorker Containerhafens beiseite, auch wenn es sich um die einzige gelungene Nachtaufnahme handeln sollte, die wir vorweisen können, aber die ist hier leider nicht gefragt. Schade. Vielleicht ein andermal. Also irgendwie Mittelgebirge sollte es sein oder zumindest nicht die norddeutsche Tiefebene, in die sich Burgruinen auf Felsen so selten verirrt haben, sondern Waldgebiet oder wenigstens mitteleuropäische Vegetation passend zum Bewuchs des Burgbergs. Wüste, Nordsee, Polarregion, alles fällt flach. Allenfalls passte noch ein Hochgebirge weit im Hintergrund.

collection clasen: Faller AMS Anlage Tesch, Originalbild Hintergrund

Die Jahreszeit muss stimmen: später Frühling bis Ende Sommer ohne Laubfärbung und ohne kahle Bäume. Der Blickwinkel muss stimmen: Wir schauen von oben auf die Landschaft, nicht von vorne. Das heißt, die Landschaft muss von einem erhöhten Standpunkt aufgenommen worden sein, idealerweise von einem Berg aus. Das Anlagenfoto zeigt relativ stumpfe Farben ohne grelle Reflexe durch die künstliche Beleuchtung, die von oben und zum Teil hinter der Anlage dieselbe erhellt. Das lässt sich an den Schattenwürfen gut erkennen. Auch deshalb ist Sommer gefragt, denn zu den anderen Jahreszeiten steht die Sonne zu niedrig und verursacht daher längere Schatten im Hintergrund, die dann zu denen im Vordergrund nicht passen würden. Aus dem gleichen Grunde scheiden Fotos am Morgen oder am Abend aus. Passend ist hier die späte Mittagszeit bis zum frühen Nachmittag. Leichtes Gegenlicht wie teilweise auf der Anlage ist ungünstig, weil dann die Landschaft "absäuft". Also Sonne von oberhalb des Fotografen. High Noon Ende Juni ist ideal. Nichts sähe seltsamer aus als Schatten, die im Vordergrung woanders hinzeigen als im Hintergrund. Sowas gab's nur bei Lucky Luke, der die Knarre schneller zog als sein Schatten. Das Wetter muss freundlich sein, aber leicht bewölkt, nicht zu klare Sicht, keine pralle Sonne. Pralles Sonnenlicht im Hintergrund passt nicht zu relativ milchiger Lampenbeleuchtung im Vordergrund und würde den kleinen Unterschied im Lichteinfallwinel offenbaren. Regnen darf es auf dem Hintergrundfoto logischerweise auch nicht, und wenn eine dicke Wolke vorbeizieht, wartet man halt mit der Kamera solange, bis sie weg ist, oder bis die nächste kommt, oder bis das Licht nicht mehr stimmt, und dann kommt man eben morgen wieder oder nächstes Jahr, falls der Urlaub schon zuende geht. Passende Spots sind selten, und wenn im richtigen Moment der Akku streikt, war's ein schöner Tag, zumindest bis dahin. Deshalb: Kamera ist morgens immer aufgeladen, Reserveakku und -Chip in der Tasche! Bilder können Sie dann soviel machen, wie Sie wollen. Wenn nur eins passt, hat sich der Ausflug gelohnt.

Noch ein Wort zum Mittelgrund: Das ist kein Fotolatein, sondern wichtig. Es gibt keinen Blick in eine Landschaft, die nur aus Vorder- und Hintergrund besteht.

collection clasen: Faller AMS Anlage Tesch, Originalbild Hintergrund

Wenn ja, dann handelt es sich um ein erkennbar retuschiertes Foto, vergleichbar mit Trickfilmbildern. Der Mittelgrund verbindet die Anlage mit dem Hintergrund. Er muss in der Farbigkeit zum Vordergrund passen und maßstäblich die Dinge nach hinten fortsetzen. Nur in ausgewählten Fällen kann man auf einen Mittelgrund verzichten, beispielsweise wenn man eine Kante darstellt: Die Anlage hört mit einer Mauer auf, dahinter fällt das Gelände ab, und der Betrachter sieht erst wieder die Landschaft in der Ferne. Das kann ein Fluss- oder Meeresufer sein, eine Hecke, eine Straßen-Begrenzung. So oder so ähnlich geht's, aber zumeist sind das Sonderfälle, weil nicht die gesamte Breitseite einer Anlage eine solche Mauer aufweisen wird. Sehen Sie sich noch einmal alte Faller-Bausatzkartons an: als Abschluss der Dioramen finden Sie oft eine Hecke oder etwas gleichartiges, dahinter zeigt sich dann die Landschaft immer in einer deutlichen Entfernung, sodass die etwas heikle Findung des rechten Maßstabs für den Mittelgrund entfällt. Ein idealer Mittelgrund nimmt also im Maßstab die Objekte des Vordergrundes auf und tritt dennoch bedeutungsmäßig zurück. Im obigen Beispiel ist das der vordere Bergwald, der im linken Bildteil künstlich nachgedunkelt wurde. Auf diese Weise kontrastiert er gut die Anlage und suggeriert einen Bergschattenwurf, der zu den Schatten im Vordergrund passt.

collection clasen: Faller AMS Anlage Tesch, Originalbild Hintergrund

Eigentlich liegt er auf dem Originalbild gut erkennbar voll in der Sonne, aber er ließ sich am Fototermin nicht durch Geld und gute Worte da wegbewegen, also knipsen wir ihm im Fotostudio postwendend einfach die Lampe aus. Natürlich ergibt sich der Mittelgrund überhaupt erst durch die richtige Plazierung des Vordergrundes im Bild. Wenn er fehlt, sieht das gleiche nur dusselig aus, obwohl jedes fotografierte Detail identisch ist. Selbst wenn das Bild zugeschnitten ist, fällt ohne Mittelgrund Vorder- und Hintergrund auseinander. Ist der Vordergrund aber richtig plaziert, kann man an die Detailarbeiten gehen: Übergänge werden weichgezeichnet, wo keine scharfen Kanten vonnöten sind, Farben und Details werden zwischen Vorder- und Mittelgrund hin- und hergeschoben, bis die Bilder regelrecht ineinander verzahnt sind. Auch hiermit kann man sich lange aufhalten, und wenn man die Zwischenstufen nicht speichert, geht auch gelegentlich manches verloren. Speichern Sie aber immer in festgelegte Ordner und mit eindeutigen Bezeichnungen, sonst fangen Sie morgen mit der Suche an nach dem Motto: Ich hab' ja alles, ich weiß nur nicht wo. Ist das Bild fertig, löschen Sie alle Zwischenstufen wieder bis auf den freigestellten Vordergrund, sonst brauchen Sie bald eine eigen Deponie für Ihren Datenmüll.

Ein Detail gilt es noch zu beachten: Auf Fotos im Nahbereich, also auf unseren Anlagenbildern, die zumeist aus der Vogelperspektive aufgenommen sind, finden sich senkrechte Linien immer nach außen zum Bildrand geneigt. Das fällt besonders auf bei Faller-AMS-Straßenlampen und ähnlich schlanken Gebilden und liegt an der Tatsache, dass alle Kameras einen Froschaugeneffekt produzieren, der umso stärker zum Ausdruck kommt, je näher man an die Objekte herangeht. Das Bild beult sich sozusagen in seiner Mitte dem Betrachter entgegen.

collection clasen: Beispiel für stürzende Linien

Sehr eindrucksvoll zeigt sich das an den Rädern dieser Aurora-Karosse, die nirgends fluchten, obwohl sie im Modell keineswegs so schräg aussehen. Fotografieren Sie einmal einen rechteckigen Karton und versuchen Sie dessen Kanten grade zu schneiden. Das geht - aber nur mit deftigen Bildbearbeitungstricks. Hat man solche Linien am Rand eines Nahbildes, sogenannte "stürzende Linien", kann man sie hinterher pixelgenau gradeklopfen, aber das harmonisch zu gestalten ist nicht einfach. Beim Einfügen eines Anlagenvordergrundes in einen Hintergrund gibt es daher gelegentlich Probleme. Der Hintergrund, der wegen des Maßstabs aus deutlich größerer Entfernung aufgenommen wurde, besitzt fast keine stürzenden Linien, und wenn doch, dann sind sie gegenüber denen im Vordergrund nicht von Bedeutung. Im Originalbild der Anlage oben sieht man noch den Kirchturm der modernen Fallerkirche angeschnitten, und der neigt sich deutlich zur Seite. Im Bild ist er mit einem gelben transparenten Ring gekennzeichnet. Einmal in den Hintergrund eingebaut, sieht er schräger aus als der schiefe Turm von Pisa. Deshalb wurde er kurzerhand wegretuschiert, was im ersten Bild bisher niemandem aufgefallen ist.

Wie kommt man jetzt an ein passendes Hintergrundbild? Im Internet gurgeln Sie sich einen Knoten in die Finger, bis Sie 'was gefunden haben, und dann ist es höchstens halbgut und sicher unter Lizenzschutz. Es gibt Software, die crawlt sich durchs Netz auf der Suche nach Plagiaten oder Raubkopien, und das geht auch bei Bildern, nicht nur bei Textpassagen von Doktorarbeiten. Liegt Ihr gestohlenes Bild dann bei einem arbeitslosen Rechtsanwalt im Arbeitsspeicher, kann's teuer werden. 800 Euro aufwärts lautet der Tarif für eine einfache Schutzrechtsverletzung. Da nützt es nichts, wenn Sie sagen, Sie hätten das nicht gewusst. So etwas kann nur ein Doktorand behaupten, der seine eigene Doktorarbeit garnicht selbst geschrieben hat, und dann stimmt es sogar. Also greifen Sie sich Ihre Kamera wie der Autor seine 60-DM-Schnappschusskiste aus dem Supermarkt, die leider nur deshalb jetzt außer Dienst gestellt werden musste, weil der Verschlusshöcker des Batteriefaches wegen der häufigen Akkuwechsel einfach flachgescheuert war, und die Akkus immer wieder herausfielen, und bannen alles auf die Platte, was Sie als Hintergrund meinen brauchen zu können. Legen Sie sich von Anfang an ein System zurecht, unter dem Sie die Hintergründe ablegen, sonst finden Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Und erinnern sollten Sie sich an Ihre Bildfolgen, damit Sie für ein neues Anlagenfoto gleich im richtigen Genre suchen können.

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Bei diesem Bild der Teschschen Anlage sieht man schon deutlich, dass das Fotostudio sich wesentlich weniger Zeit genommen hat bei der Integration von Vorder- in den Hintergrund. Es existiert praktisch kein Mittelgrund, also kein "Vermittler", und die Zusammenstellung wirkt eher plakativ, wenn auch nicht unharmonisch. Licht und Motivauswahl stimmen, aber die Freistellung und Verzahnung sind sehr grob geblieben. Das kann man also noch deutlich besser machen.

Der Fahrbahnverlauf der Faller-AMS-Anlage lehnt sich in ihrem Landschaftsteil eng an die Streckenführung


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der Bergrennanlage an, die Faller oft in AMS-Katalogabbildungen gezeigt hat. Bis auf die 90-Grad-Bögen auf der Stützmauer, die die Tankstelle umrunden (Faller AMS No. 4390), hat Thomas Tesch die Bergrennanlage recht originalgetreu nachgebildet. Faller hat seinerzeit dazu die Fahrbahnen der Geschenkpackung 4007 "Solitude" verwandt, die von 1964/65 bis 1968 im Katalog angeboten wurde. In den Faller-AMS-Jahreskatalogen von 1957 und 1968 war gleichzeitig unter der No. 4407 eine AMS-Fahrbahnpackung gelistet, die alle Straßenelemente der 4007 enthielt. Da bis heute (2012) offensichtlich niemand eine solche Packung zu Gesicht bekommen hat, wird sie vermutlich nicht in den Handel gekommen sein. Die Streckenführung der 4407 in ihrer Ausgestaltung als Bergrennanlage können Sie im collection-clasen-AMS-Anlagenteil als Anlagenvorschlag Nr. 15 und bei den AMS-Fahrbahnen unter 4407 Fahrbahnpackung betrachten. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen sollten eine solche Anlage nachzubauen, finden Sie dort auch ein Komplettangebot von collection clasen über eine passende Fahrbahnzusammenstellung und die gegebenenfalls erforderliche Elektrotechnik.

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Die adäquate Präsentation, die eine derartig durchgestaltete Anlage verdient, verlangt zweifelsohne ein passendes Ambiente, und dazu zählt in allererster Linie der Hintergrund. Modellanlagenfotograf war in den USA bis weit in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sogar eine akzeptierte Berufsbezeichnung, was zeigt, mit welcher Professionalität man dort an solche Aufgaben herangeht. Auch hierzulande gibt es Bücher über das kunstgerechte Ablichten von Modellbahnanlagen, und in allen Modellartikel-Katalogen sind gute Fotos immer schon gute Verkaufsargumente gewesen. In der virtuell verpixelten Jetztzeit kann fast jedermann passable Schnappschüsse produzieren, sogar der Autor dieser Webseiten, der gelegentlich noch einmal sich vergewissern muss, wo bei der Kamera die Linse sitzt. Viel lässt sich anschließend im Fotostudio digital verbessern, aber auch dazu gehört eine nicht unerhebliche Erfahrung. Das digitale Remastering kann viel Spaß bereiten und ein eigenes Hobby werden, eines ist es sicher: zeitkonsumierend. Einen kleinen Eindruck von den Herausforderungen, die das Zusammenbringen von Anlagenfoto und Hintergrundbild so mit sich bringen, wenn, wie üblich, eine Anlage aus der Halb-Vogelperspekive aufgenommen wird, haben Sie bei der Lektüre dieses Kapitels schon erhalten können. Einfacher wird es, wenn das Anlagenfoto einen Blickwinkel von vorne eröffnet. Dann fehlt nur noch ein Landschaftsabschluss in den Bildlücken und ein Himmel, dessen Helligkeit mit der Anlagenbeleuchtung zusammenpasst. Ist die Beleuchtung wie im obigen Beispiel sehr diffus, kann man durch die Wahl eines nicht zu strahlenden und leicht bewölkten Himmels auch unterschiedliche Licheinfallswinkel kaschieren, solange diese nicht zu stark auseinanderklaffen, und das ist durch Hintergrundbilder um die Mittagszeit in Sommerstimmung am ehesten zu gewährleisten. Auch dieses Bild hat in den PixelMix Studios nur eine kursorische Behintergrundung erfahren, aber wegen der günstigen Perspektive und der überdeutlichen Schrifteinblendung fällt das sehr viel weniger auf. Sie sehen, wie wichtig die Wahl des Blickwinkels beim Anlagenfoto und die Wahl des passenden Hintergrundbildes sind. Um hier erfolgreich sein zu können, sind große und wohlgeordnete eigene Bildarchive von grundlegender Bedeutung.

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Weil das Motiv so prägnant die Anlage dominiert, hat man sich in den PixelMix Studios entschlossen den Burgberg noch einmal zu zeigen. Diesmal fand sich als Hintergrund ein Schwarzwaldmotiv im Mai, am späten Nachmittag bei diesigem Wetter, also herrschten eigentlich nicht optimale Bedingungen. Die Aufnahme entstand jedoch im gleichen Lichteinfallswinkel wie die der Anlage, was beide Teile sehr stark verbindet, auch wenn der Hintergrund durch das Gegenlicht recht flau daherkommt und daher farblich nicht recht harmoniert. Im Hochschwarzwald hat zudem der Mai noch nicht die passenden Sommerfarben auf den Wiesen und die Laubfülle hervorgebracht, die dazu erforderlich wären. Aber das Motiv liegt auf dem Weg nach Gütenbach, dem Geburtsort der Faller-AMS-Autos,

collection clasen: katholische Kirche in Gütenbach, Vorbild für die «moderne Kirche» von Faller

wo auch ihre Taufkirche steht, Fallers "moderne Kirche", deren Campanile hier einmal nicht wegretuschiert wurde und sich deshalb so schräg an den rechten Bildrand hinlümmelt um Ihnen zu zeigen, wie das aussieht, wenn stürzende Linien schonungslos die unterschiedlichen Entfernungen offenlegen, aus denen Vorder- und Hintergrund aufgenommen worden sind. Obwohl die virtuelle Schaffung eines verbindenden Mittelgrundes an beiden Bildrändern, und hier ganz besonders am rechten Bildrand, gelungen ist, wird die Illusion eines zusammengehörenden Motivs durch die perspektivische Verzerrung des Kirchturms wieder deutlich beeinträchtigt. Das fällt umso mehr ins Auge des Betrachters, wenn wie hier auf dem Anlagenfoto die aufstrebenden Linien des Kirchturms einen deutlich wahrnehmbaren Winkel mit denen des benachbarten Fachwerkhauses bilden. Das eigentlich Schräge an der Geschichte ist aber die Tatsache, dass Fallers Kirchturm völlig grade aufstrebt und am Modell wie ein langgezogener Quader aussieht, während sein Vorbild-Foto in Gütenbach eine Verjüngung nach oben erkennen lässt und zu allem Überfluss auch noch ein schräges Dach anzeigt. Das Dach ist wirklich schräg, also auch auf dem Kirchturm im Original, aber die Verjüngung ist Ausdruck der perspektivischen Verzerrung, die immer auftritt, wenn man dreidimensionale Abbildungen zweidimensional darstellt ("Fluchtpunkt", zu dem Thema gibt es vermutlich tonnenweise Material im Netz). Das Foto der Kirche Unser Aller Faller entstand am gleichen Tag wie die Aufnahme des Hintergrundes und zeigt sehr gut die diffuse Beleuchtung in der Gegenlichtsituation, die eigentlich nur Wegwerfbilder hervorbringt. Trotz der genannten Mängel eignet sich die Aufnahme des Schwarzwaldtales als Hintergrundbild, und das liegt neben der gleichsinnigen Beleuchtung am Bewuchs und an den Hügellinien, die sich zur Schaffung eines virtuellen Mittelgrundes anbieten.

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Bei dieser Aufnahme der Teschschen Anlage konnten sich die PixelMix Studios entspannt zurücklehnen: no background, no trouble, aber dafür eine wirklich meisterhaft gestaltete Straßenumgebung. Eigentlich zeigt nur das glänzende Plastik des Automodells (kein AMS), dass es sich hier nicht um eine Landschaft im Maßstab eins zu eins handelt. Wer gerne einmal eine Anlage mit hohem Anspruch an die Naturtreue gestalten möchte, findet hier eine Top-Position der Messlatte und dementsprechend detaillierte Anregungen.

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Die Anlage umfasst neben dem Landschaftsteil, der Motive der Bergrennanlage aufnimmt, einen Stadt-Teil, der noch nicht ganz vollendet ist. Trotz dessen kann man auch hier bereits erkennen, wie detailgenau die Wiedergabe der Straßen und Häuser erfolgt. Eine sehr abwechslungsreiche Streckenführung bedingt einen entsprechend hohen Grad an Flächenausnützung durch die Straßenelemente, was schnell zur Anmutung eines Verkehrs-Übungsplatzes beitragen könnte. Die Faller Stadthäuser eignen sich ganz vorzüglich zur Kaschierung dieses Umstandes.