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Faller AMS Anlage "Mini-Nürburgring" von 1964, Variante 2

collection clasen Rennanlagenvorschlag 03


collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2

Eine Variante ohne Burg lässt mehr Raum für Standard-Fahrbahnen und dementsprechend weitere Möglichkeiten zur Dekoration der Anlage mit den AMS-typischen Bauten wie Sport-Hotel, ADAC, Tankstelle, die ihren Platz jeweils im Standard-Bogen 4390 finden. Alle Bauten, auch die Start- und Zielgebäude, können jetzt an mehreren Orten aufgestellt werden, womit die Anlage dem Erbauer hinsichtlich der Ausschmückung mehr Gestaltungsfreiheiten bietet. Sie bleibt trotzdem im selbstgewählten Größenrahmen und somit "Kofferraum-transportabel". Das Charakteristikum des Entwurfs, die markante Kehren-Kombination, bleibt unverändert. Dem neuen Verlauf der Burgumfahrung aus Variante 1, im Nürburgring "Hohe Acht" genannt, wird allerdings die zuführende Kurvenstrecke angepasst.

collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2 collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2

Die Kurvenstrecke besteht (vom Bildunterrand nach oben gesehen) aus einer 4360 (60 Grad) rechts, die Fahrbahn beschreibt also eine 60-Grad-Kurve nach rechts. Dann folgt eine 4490 (90 Grad) nach links, ergibt für die Fahrbahn eine 30-Grad-Abweichung nach links, die durch die sich anschließende 4330 (30 Grad) rechts wieder aufgelöst wird. Die Fahrbahn verläuft also weiter geradeaus, nur seitlich versetzt. Die folgende 4345 (45 Grad) links und die sich anschließende 4490 (90 Grad) rechts ergeben eine Fahrbahn-Abweichung von 45 Grad nach rechts, die nach einer 25 cm langen Graden durch die 4345 (45 Grad) links aufgelöst wird. Die engen 90-Grad-Kurven 4490 sind jeweils spiegelbildlich eingebaut, und deren Anfahrt ist für beide Spuren aus beiden Richtungen sehr ähnlich konfiguriert, sodass weitestgehend gleiche Bedingungen herrschen sollten.

collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2 collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2

Neben den Fahrbahnen der Ein-Wagen-Packung 4000 plus Fahrbahnwechsel 4728 und ein paar graden Ausgleichsstücken ist nur eine S-Kurven-Packung 4450 verbaut worden und eine zusätzliche Kehre 4580. Die S-Kurvenpackung war eine Zusammenstellung von zweimal 4490, zweimal 4345, eine Kehre 4580 und je einmal 4330 und 4360, also insgesamt 3 mal 90-Grad-Kurven. Im Bild oben nicht extra bezeichnet sind die 90-Grad-Kurven 4490, die Fahrbahnwechsel, die Kehren und ein 10-cm-Stück in der langen Graden. Das Material dürfte auch heute noch ohne Probleme zu beschaffen sein. Die Anlage ist nicht groß (54 cm x 126,8 cm, passt somit bequem auf eine Grundplatte 60 cm x 140 cm) und bietet doch einen sehr abwechslungsreichen Rennbetrieb gleichermaßen für AMS-Fahrzeuge älterer und jüngerer Bauart. Will man die Anforderungen an das Geschick der Rennfahrer noch steigern, bietet sich der Einbau einer Bodenwelle 4741 an oder die Verwendung der Wippe aus der Packung 4748 "Schikanen". Letztere hat schon deutlichen Spielzeugcharakter, ist aber eine echte Herausforderung an das Fahrgefühl. Weil die Wippe einfach auf die Fahrbahn aufgesetzt wird ohne fest eingebaut zu sein, kann sie jederzeit wieder entfernt werden. Die in der gleichen Packung 4748 enthaltene Sprungschanze ist zwar gleichermaßen mobil, stellt aber eigentlich eine reine AMS-Auto-Zerstöranlage dar, die heute kaum noch zeitgemäß sein dürfte.

collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2, Tankstelle collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2

Will man Trafo und Regler neben der Rennstrecke auch auf der Grundplatte unterbringen, dann bietet sich der Raum neben der "Hohen Acht" an, wo im Bild oben Tankstelle und "Faller"-Schild zu sehen sind.

Die Fahrstrecke lässt sich ohne Erweiterung der Anlagengrundmaße verlängern, indem die innenliegende Kehre 4580 durch Anbau von graden Fahrbahnteilen weiter in das Anlageninnere verschoben wird. Das Vorgehen hat logischerweise räumliche und irgendwie auch ästhetische Grenzen, denn nachher findet sich die Grundplatte voller Fahrbahnen fast ohne optisch erholsame Zwischenräume und bekommt mehr und mehr den Charakter eines Verkehrsübungsplatzes. Nach außen sind dem Forscherdrang demgegenüber keine Grenzen gesetzt, aber das ergibt dann eine andere Anlage.

Für die Liebhaber kleiner Anlagengrundmaße ("Klein ist fein!") lassen sich zwar nicht in der Breite, aber in der Länge noch ein paar Zentimeter herausschinden: die Entfernung der beiden 3-cm-Ausgleichsstücke in der "Hohen Acht" ergeben eine 6 cm kürzere Anlagenlänge. Die lange Grade muss dann auch um 6 cm gekürzt werden, man nimmt dazu eine 20-cm-Grade und das 5-cm-Ausgleichsstück heraus und ersetzt diese Fahrbahnteile durch eine 10-cm-Grade und drei 3-cm-Ausgleichsstücke. Weitere 0,8 cm lassen sich in der Länge gewinnen, wenn wir die äußere Kehre (die im Anschluss an die lange Grade) einen Zentimeter nach innen versetzen. Das ergibt nur 0,8 cm Gewinn, weil der Halbmesser des neben der Kehrenkombination liegenden Bogens 4390 15,5 cm beträgt, der längsovale Halbmesser der Kehre demgegenüber 16,3 cm. Die Differenz von 0,8 cm ist unser Platzgewinn. Erkaufen müssen wir uns das durch eine Stückelung der zwischen den Kehren liegenden 19-cm-Strecke mit 3 x 3-cm- und einem 10-cm-Fahrbahnteil und einer ebensolchen Kürzung der langen Graden um einen Zentimeter, was sich aber nun bei den drei dort eingebauten 3-cm-Stücken sehr elegant lösen lässt, indem wir einfach zwei 3-cm-Stücke durch ein 5-cm-Stück ersetzen. Alternativ zur zwischen den Kehren liegenden 19-cm-Holperstrecke lassen wir die für die Anfahrt zur zweiten Kehre sinnvolle glatte 20-cm-Grade bestehen, fügen noch 5 cm an und geben nach der Kehre auf der Strecke zur 4390-Kurve statt der 5 cm zweimal 3 cm dazu. Damit rückt die Innenkehre automatisch um 6 cm in das Innere der Anlage hinein, was aber optisch noch zu vetreten sein sollte. So haben wir insgesamt nur zwei Zentimeter Gesamtstreckenlänge verloren und können die Grundplatte auf 130 cm Länge reduzieren. Sogar eine Reduktion auf 120 cm ist möglich, auch wenn wir Leitplanken und einen Rand zum Anfassen und zum Einschieben der Platte in eine Wandhalterung hinzurechnen müssen. Wir lassen einfach die "Hohe Acht" um ein paar wenige Zentimeter überstehen. Das hat Faller bei seinen Schaufenster-Anlagen im Bereich der Steilwandkurven nicht selten selbst so gemacht, und das können wir schließlich auch. Dazu erhöhen wir die "Hohe Acht" ein wenig und lassen sie frei über den Plattenrand hinausragen. Die hohe "Hohe Acht" war immerhin schon Bestandteil des Originalentwurfs von 1964.

collection clasen: Faller AMS Anlagenvorschlag «Mini-Nürburgring», Variante 2, Sporthotel